Nachhaltige Komposit-Versicherungsprodukte 

kompo

Definition

Komposit-Versicherungsprodukte (Non-Life) im Sinne der Nachhaltigkeit sind Versicherungsprodukte, die Schadenversicherungsrisiken zu Personen-, Sach-, auch Vermögensschäden, mit zusätzlicher Leistung für einen Impact im Sinne der Nachhaltigkeit, eindecken. Nachhaltige Komposit-Versicherungsprodukte sind weiterhin Risikoschutzlösungen, die zur Steuerung des kurz, mittel und langfristigen Risikos  die aktuarielle Wertigkeit von nachhaltigen Handlungen und Nachhaltigkeitsrisiken im Tarif berücksichtigen.

Beschreibung

  • Nachhaltigkeit ist über die Unternehmenswerte in die Strategie des Unternehmens integriert. Auf der Produktebene schlägt sich dies im Offering (Produkt/ Dienstleistungen/ Assistance Leistungen), Marketing, Vertrieb, Underwriting und im Schadensmanagement nieder. Ein nachhaltiges Produkt geht – je nach Produktsparte – in seinen Leistungen und seinem Schadenmanagement in Hinblick auf ökologische und soziale Gesichtspunkte über ein konventionelles Produkt hinaus und betrifft insbesondere auch die Produktinnovationen. Dies kann sich einerseits im Versicherungsgegenstand (Versicherung neuer, nachhaltiger Technologien), aber auch in den Leistungen (Anregung zu einem nachhaltigen Verhalten beim Kunden) zeigen. Die Zeichnungsrichtlinien müssen die nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens nach außen tragen und für das Underwriting klare Ausschlusskriterien für negative Geschäfte enthalten. Im Gegenzug sollte die Entwicklung der Versicherungsnehmer hin zu Unterstützern einer positiven Transformation durch den Versicherer gefördert werden (Information, aktuarielle Berücksichtigung, Beratung, etc.).
  • Im Marketing kann dies durch Öko-Add-ons (z.B. Pflanzen eines Baumes) unterstützt werden, dies ist jedoch nicht ausreichend, um ein Produkt als nachhaltig zu kennzeichnen. Auch sollten die Werbemaßnahmen eines Produktes seine Nachhaltigkeit widerspiegeln und unterstreichen. Durch die Transparenzverordnung wird der Vertrieb immer stärker in die Beratung zu nachhaltigen Produkten eingebunden. Deshalb gilt es auch das Anreizsystem im Vertrieb konsequent auf Nachhaltigkeit auszurichten.
  • Im Schadenfall ist es – gerade im Bereich der Sachversicherung – für eine Förderung der Nachhaltigkeit wichtig, Schadenersatz nicht nur nach gleicher Art und Güte zu ermöglichen, sondern Anreize für eine nachhaltige Konsumentscheidung des Versicherungskunden bzw. des Geschädigten zu liefern. Die Klimafreundlichstellung der Schadenregulierung und der weiteren Betriebsabläufe gehört ebenso zu einem nachhaltigen Versicherungsprodukt.

Erläuternd:

Nichtlebensversicherungsprodukte haben einen großen Transformationshebel die Gesellschaft nachhaltiger zu gestalten. Natürliche, wie juristische Personen haben Risikoappetit und benötigen Absicherungslösungen. Somit ist der gesamte nationale, wie internationale Markt abgebildet. Mit Versicherungsdeckungskonzepten kann die Assekuranz Ex-Ante- und Ex-Post-Schaden im Sinne der Nachhaltigkeit gestalten. Aufgrund der Übernahme von kurz-, mittel- und langfristigen Risiken muss es das Eigeninteresse der Versicherungsbranche sein, risikomindernd auf Nachhaltigkeitsrisiken einzuwirken. Nachhaltige Komposit-Versicherungsprodukte zu gestalten erfolgt durch aktuarielle Steuerung, z.B. durch Modellierung und Bepreisung von Klimarisiken, durch nachhaltige Produktgestaltung mit Bonus-/Malus-Regelungen für nachhaltiges Verhalten oder nachhaltigere Sachen, durch das Underwriting mit Ausschluss von Risiken, die als nicht nachhaltig betrachtet werden müssen und durch Schadenregulierung im Sinne der Nachhaltigkeit.

Beispiel

Ein nachhaltiges, grünes Versicherungsprodukt ist beispielsweise ein Versicherungsprodukt mit »Mehrleistungen für nachhaltigen Schadenersatz« und Ökopunkten, auch Nachhaltigkeitsbonuspunkten für nachhaltiges Verhalten.

META

Definition: nachhaltige Komposit-Versicherungsprodukte durch Marcus Reichenberg, veröffentlicht am 11. August 2025.

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